Hören / Hörsinn

Unser Hörsinn ist ein Zusammenspiel aus der Aufnahme und Verarbeitung akustischer Signale. Diese werden an das Gehirn weitergeleitet und dort ausgewertet.

Unsere Ohren nehmen die akustischen Signale aus der Umwelt auf und wandeln diese um, so dass unser Gehirn diese entsprechend verarbeiten kann.

Im Laufe der Zeit nimmt die Empfindlichkeit der im Ohr für die Aufnahme zuständigen Haarzellen ab - ein Hörverlust entsteht. Zunächst beschränkt sich diese Schwerhörigkeit auf bestimmte Frequenzen und auf geringe Lautstärke. Je weiter der Hörverlust fortgeschritten ist, desto mehr sind auch benachbarte Frequenzen von der Beeinträchtigung betroffen.

Je länger die Beeinträchtigung besteht, desto weniger werden die zuständigen Nervenzellen in Hörbahn und Hörrinde im Gehirn gereizt und gefordert. Hierdurch wird der sogenannte degenerative Abbauprozess begonnen (auch als Höhrbandegeneration bezeichnet). Je länger dieser Verlust besteht, desto schwieriger wird die Wiederherstellung.

Besonders in anspruchsvollen Situationen mit Hintergrundgeräuschen, hallenden Räumen oder Lärm wird dieser Hörverlust stark bemerkbar, da das Gehirn die nützlichen Geräusche von den unerwünschten Geräuschen nicht mehr unterscheiden kann. Der Grund hierfür ist, dass wichtige Unterscheidungsmerkmale (z. B. hohe Obertöne) nicht mehr wahrgenommen werden können.

Ein frühes Erkennen des nachlassenden Hörvermögens kann die Chance erhöhen, dass wir Ihr gutes Hören wiederherstellen können. Durch eine Untersuchung können wir feststellen, ob eine altersbedingte Abnutzungserscheinung oder eine andere möglicherweise korrigierbare Erkrankung Ihres Ohres vorliegt.

Untersuchungen und Diagnose

Wir bieten Ihnen unterschiedliche Untersuchungen an, so dass wir gezielt Ihre Problematik behandeln können. Hierzu gehören z. B.

  • Hörtests
  • Ohrmikroskopie
  • computertechnische Untersuchungen
  • Labormedizinische Untersuchung

Wissenswertes zum Thema Schwerhörigkeit

Als Schwerhörigkeit wird die Einschränkung des Hörvermögens bezeichnet. Sie kann geringfügig sein - oder auch als vollständiger Hörverlust auftreten. Die Dauer kann vorübergehend sein - aber auch dauerhaft.

Weltweit sind ca. 300.000.000 Menschen schwerhörig - in Deutschland ca. jeder 15. Betrachtet man die Altersgruppe über 65, so ist jeder zweite Mann und jede dritte Frau davon betroffen. Lt. Statistik findet sich unter 440 Säuglingen ein schwerhöriger Säugling - bei Frühgeburten ist diese Rate ca. 15 mal so hoch.

Ursachen für eine Schwerhörigkeit

Die Ursachen für die Entstehung von Schwerhörigkeit können sehr vielfältig sein. Eine Alterserscheinung, Folge einer Erkrankung oder die Folge von übermäßiger Lärmbelästigung sind die häufigsten Ursachen für die Entstehung.

Warum ist eine frühzeitige Erkennung wichtig?

Durch die sogenannte Hörbahn-Degeneration können betroffene Menschen Geräusche immer schlechter unterscheiden. Wie oben beschrieben, verlernt das Gehirn mit der Zeit, wie es hören kann. Gespräche bzw. Konversationen können immer schlechter und schwerer nachvollzogen werden. Viele Personen ziehen sich zurück.

Je früher behandelt bzw. korrigierend eingriffen wird, desto eher ist die Möglichkeit vorhanden, das Defizit zu korrigieren (z. B. mit einem Hörgerät).

Zudem gibt es unterschiedliche Formen, auf welche wir nachfolgend kurz eingehen wollen.

Schallweiterleitungsschwerhörigkeit

Die Schallleitungsschwerhörigkeit wird auch Schallübertragungsschwerhörigkeit genannt. Hierbei kann der über das Trommelfell ankommende Schall vom Mittelohr nicht richtig an das Innenohr weitergeleitet werden - Schallsignale werden leiser gehört. Allerdings ist ihre Qualität (zum Beispiel die Verständlichkeit des Gesprochenen) weitgehend erhalten. Der Effekt tritt in allen Tonhöhen auf. Sie kann nur zeitweise auftreten oder chronisch.

Ursachen für die Schallweiterleitungsschwerhörigkeit

  • Fremdkörper im Ohr (zum Beispiel Wattestäbchen)
  • Wasser im äußeren Gehörgang
  • akuter Verschluss der Ohrtrompete (meist bei Erkältung oder schnellen Luftdruckveränderung)
  • infektiöser Mittelohrentzündung
  • Verletzung des Trommelfells
  • Entzündung im Gehörgang
  • Verletzung des Mittelohres
  • Schädelbruch
  • chronische Mittelohrentzündung
  • Verknöcherung im Innenohr
  • Verengung des Gehörganges
  • übermäßiges Knochenwachstum
  • Tumore im Gehörgang oder Mittelohr
  • angebohrene Fehlbildung

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Hierbei handelt es sich um eine Innenohrschwerhörigkeit. Schallsignale werden relativ gut empfangen - aber sie werden verändert wahrgenommen. Unterschiedliche Frequenzen werden unterschiedlich stark wahrgenommen. Dies hat Auswirkungen auf das Klangbild der Sprache bzw. der Töne.

Ursachen für die Schallempfindungsschwerhörigkeit

  • Hörsturz
  • Innenohrerkrankungen
  • Infektionserkrankungen, welche auch das Innenohr betreffen (zum Beispie Mumps, Masern, Borreliose, etc.)
  • Lärm über der Schmerzgrenze (z. B. Explosion oder Knall)
  • Schädelbruch mit Bruch durch das Innenohr
  • Riss der Membran zwischen Innen- und Mittelohr
  • Drehschwindel
  • Multiple Sklerose
  • psychische Gründe (z. B. extreme Stress-Situationen)
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Verwendung von Ohrtropfen
  • Vergiftungen (zum Beispiel durch Quecksilber, Blei, Kohlenmonoxid, etc.)
  • Alterserscheinung
  • tägliche hohe Lärmbelästigung
  • Erkrankung der Hörnerven
  • Morbus Miniére
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Gefäßverengungen
  • Störungen im Hörzentrum
  • neurologische Veränderungen (z. B. Schlaganfall oder Hirntumor)
  • Zervikal-Syndrom
  • Angebohrene Fehlbildung

Altersschwerhörigkeit

Etwa ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Leistungsfähigkeit des Ohres durch die Verschleißerscheinungen an den Haarzellen des Innenohrs auf beiden Ohren ab.

Der genaue Zeitpunkt ist abhängig vom Alterungsprozess, welcher z. B. durch die Lärmbelästigung der Umwelt beeinflusst wird. Zudem wird der genaue Zeitpunkt durch erbliche Veranlagung, Nikotinkonsum oder Herz-Kreislauf- oder Stoffwechsel-Erkrankungen beeinflusst.

Der Prozess ist schleichend und wird oftmals nicht bewusst wahrgenommen.

Schwerhörigkeit bei Kindern & Jugendlichen

Damit ein Kind sich altersgerecht entwickeln kann (z. B. richtig sprechen), muss es gut hören können. Bei Kleinkindern sollten Sie eine Untersuchung durchführen lassen, wenn Ihr Baby ab der vierten bis sechsten Woche bei lauten, plötzlichen Geräuschen nicht reagiert. Ab dem sechsten Monat sollte das Kind die Augen in Richtung eines Geräusches oder Ansprache aus kurzer Distanz drehen.

Die Ursache kann erblich bedingt oder durch Probleme in der Schwangerschaft oder um den Geburtsvorgang herum entstehen.

Kann man sein Gehör schützen bzw. gegen Schwerhörigkeit vorbeugen?

Spezielle vorsorgende Maßnahmen gibt es nicht

Allerdings sollten Sie Ihre Ohren nicht dauerhaft übermäßigem Lärm aussetzten, bei bestimmten Tätigkeiten den Gehörschutz tragen, etc.

Es ist sinnvoll, auf laute Musik über den Kopfhörer zu verzichten und von Zeit zu Zeit dem Lärm der Umwelt gezielt zu entgehen.

Wenn Sie eine Veränderung in Ihrer Hörwahrnehmung feststellen, so sollten Sie diese ernst nehmen und abklären lassen!

Lassen Sie von sich hören!